Lassen sich Katzen erziehen?

Katzen gelten als eigenwillig und stur. Mit ihrer starken Persönlichkeit bringen sie Katzenbesitzer an ihre Grenzen. Aber sind Katzen tatsächlich erziehungsresistent? Nein! Es ist sehr wohl möglich, Katzen zu erziehen. Wir sagen Ihnen, wie.

Vertrauen als Basis

Damit sich Katzen erfolgreich erziehen lassen, ist eine gute Beziehung zur Katze Voraussetzung. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Katze, damit sie Vertrauen zu Ihnen fasst. Gemeinsame Kuscheleinheiten und Spielaktivitäten tragen zum Kennenlernen bei. Denn nur wenn Sie Ihre Katze gut kennen, können Sie Ihre Erziehungsmaßnahmen auf sie abstimmen.

Katze auf erhöhtem Liegeplatz - Katzen erziehen

Katzen erziehen – unsere Tipps auf einen Blick

  1. Konsequent sein
  2. Sich in der Familie auf Regeln einigen
  3. Katzen von klein auf an Vorgaben gewöhnen
  4. Nicht gleich reagieren, wenn die Katze miaut
  5. Genug Kratzmöglichkeiten bieten
  6. Grenzen setzen mit einem strengen „Nein“
  7. Nicht bestrafen, sondern positives Verhalten verstärken
  8. Handeln, sobald das unerwünschte Verhalten an den Tag gelegt wird
  9. Geduld mitbringen

Katzenerziehung – aber bitte konsequent

Bei der Katzenerziehung ist es wichtig, sich von Anfang an darüber im Klaren zu sein, was erlaubt ist und was nicht. Leben mehrere Personen in einem Haushalt, sollten sie sich vorab darüber austauschen, was für die Katze tabu ist. Da helfen feste Regeln. Ziehen nicht alle an einem Strang, wird es Ihnen nicht gelingen, Ihre Katze zu erziehen. Sie wird beispielsweise nicht verstehen, warum sie mal auf den Esstisch darf und ein andermal nicht. Konsequenz ist das A und O, wenn Sie Katzen erziehen möchten.

Unerwünschtes Verhalten ignorieren

Katzen sind nachtaktive Tiere, da kann es vorkommen, dass sie sich nachts allein langweilen. Miaut ihre Katze zu nachtschlafender Zeit, dann sucht sie womöglich Ihre Aufmerksamkeit. Katzenbesitzer, die auf das Miauen reagieren und Ihre Katze morgens um fünf füttern, verstärken dieses Verhalten. Sie erziehen die Katze dazu, sie um eine unsägliche Zeit zu wecken. Die Katze verbindet mit ihrem Verhalten etwas Positives, denn sie wird mit einem gefüllten Futternapf belohnt. Wenn Sie nicht in aller Herrgottsfrühe geweckt werden möchten, dann ignorieren Sie das Miauen. Das fällt nicht immer leicht. Doch wenn Sie nachgeben, lernt Ihre Katze, dass sie mit diesem Verhalten Ihre Aufmerksamkeit bekommt. Und dann wird es schwierig, ihr das später wieder abzutrainieren.

Mit Stimme und Tonfall

Signalisieren Sie eindeutig, was verboten ist. Ein strenges und bestimmtes „Nein“ ist oft ausreichend. Die meisten Katzen reagieren auf dieses Zauberwort. Wichtig ist jedoch der Tonfall. Erheben Sie ein wenig die Stimme und seien Sie bestimmt. Ignoriert die Katze die Zurechtweisung, können Sie auch in die Hände klatschen. Viele Katzen mögen dieses Geräusch nicht. Generell gilt: Schreien Sie die Katze nicht an und werden Sie nicht handgreiflich. Ein konsequentes „Nein“ gepaart mit Geduld – damit werden Sie Erfolg haben.

Krallen weg von Möbel

Es gibt Verhaltensweisen, die sind der Katze angeboren. Hierzu gehören das Krallenwetzen und der Beutetrieb. Versuchen Sie nicht, Ihrem Stubentiger dies abzutrainieren. Besser ist es, diese natürlichen Verhaltensformen in die gewünschten Bahnen zu lenken. Bieten Sie Ihrer Katze beispielsweise genügend Kratzmöglichkeiten in Form von Kratzbäumen, Kratzbrettern und Kokosmatten an. Das schont Wohnungseinrichtung und Tapeten. Wenn Ihre Katze am Sofa ihre Krallen schärft, nehmen Sie sie und bringen Sie sie zu einem der Kratzplätze in der Wohnung. Wetzt sich die Katze daraufhin dort die Krallen, loben Sie sie. So erziehen Sie die Katze dazu, den vorgesehenen Kratzplatz zu verwenden.

Finger und Zehen sind keine Beute

Katzen haben einen ausgeprägten Spieltrieb, insbesondere Jungkatzen. Wenn Ihr Kitten beim Spielen leicht beißt oder kratzt, unterbinden Sie das sofort mit einem klaren „Nein!“ und beenden Sie das Spiel. Bringen Sie ihr von klein auf bei, dass das nicht erwünscht ist. Eine erwachsene Katze, die beim Spielen ihre Krallen ausfährt, kann Ihnen Verletzungen zufügen. Bieten Sie Ihrer Katze nicht Ihre Finger oder Zehen zum Spielen an. Wenn Katzen Füße oder Hände angreifen, nehmen Sie sie gleich zur Seite. Lenken Sie sie ab, indem Sie geeignetes Spielzeug verwenden, dem sie hinterherjagen können.

Der Tisch ist tabu

Erhöhte Sitz- und Liegeplätze sind bei Katzen sehr beliebt. So haben sie einen guten Überblick über das Zimmer. Da liegt es nahe, dass der Esstisch einen gewissen Reiz ausübt. Sobald Sie bemerken, dass ihr Stubentiger auf den Tisch springen will, gehen Sie mit einem strengen „Nein!“ dazwischen. Zeigt er sich davon unberührt und springt trotzdem hoch, nehmen Sie ihn vom Tisch und bringen ihn zu einem erhöhten Liegeplatz. Führen Sie mit einem kleinen Spiel ein Ablenkungsmanöver durch und loben Sie die Fellnase anschließend.

Positive Verstärkung

Katzen lernen durch Lob am besten. Wenn Ihre Katze den Kratzbaum zum Krallenschärfen verwendet, loben Sie sie mit Streicheleinheiten. Gelegentlich können Sie ihr auch ein Leckerli geben. So verbindet die Katze gutes Verhalten mit positiven Ergebnissen und Belohnung. Auf Bestrafungen reagieren Katzen häufig mit Angst und Stress. Das kann dem Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und dem Tier nachhaltig schaden.

Unmittelbares Handeln

Wichtig bei der Katzenerziehung ist sofortiges Handeln. Reagieren Sie sofort, wenn Ihre Katze ein Tabu bricht. Eine spätere Reaktion bringt Ihre Katze nicht mit dem vorigen Verhalten in Verbindung.

Geduld, Geduld

Katzen sind starke Persönlichkeiten. Daher braucht es viel Geduld, um sie davon zu überzeugen, bestimmte Dinge zu tun und andere zu lassen. Eine vertrauensvolle Beziehung ist wichtig, damit Sie mit Ihren Erziehungsmaßnahmen erfolgreich sind. Hinzu kommt konsequentes Handeln und eine ganze Menge Geduld. Dann lernt auch die eigenwilligste Katze, sich an Ihre Regeln zu halten.