Katzenverhalten verstehen

Sie möchten das Zusammenleben mit Ihrer Katze so harmonisch wie möglich gestalten? Dann sollten Sie sich mit dem Thema Katzenverhalten beschäftigen. Nur wenn Sie das Verhalten Ihrer Katze verstehen, können Sie auf die Bedürfnisse der Fellnase eingehen und Missverständnisse vermeiden. Zudem erkennen Sie leichter problematische Verhaltensarten und können rechtzeitig eingreifen.

Katzenverhalten verstehen - damit sich Stubentiger wohlfühlen

Katzenverhalten als Kommunikationsmittel

Katzen haben unterschiedliche Möglichkeiten, zu kommunizieren. Über Laute, Mimik, Körpersprache und Verhaltensweisen teilen sie uns mit, ob sie sich wohl fühlen, Angst haben oder möglicherweise gestresst sind.

Schnurren

Zu den Signalen des Wohlbefindens zählt das Schnurren. Dieses Verhalten zeigen bereits neugeborene Katzen, wenn sie an der Zitze der Mutter saugen. Sie geben der Mutter zu verstehen, dass sie gut mit Milch versorgt sind. Die Mutter hingegen schnurrt während des Säugens, um die Jungen zu beruhigen.

Eine schnurrende Katze fühlt sich höchstwahrscheinlich wohl. Meist schnurren Katzen, wenn sie gestreichelt werden. Dann äußern sie damit, dass es ihnen gefällt, und fordern zum Weitermachen auf. Aber Katzen schnurren gelegentlich auch, wenn es ihnen nicht gut geht. In diesem Fall versuchen sie, sich selbst zu beruhigen.

Strecken und Bauch zeigen

Der Bauch gehört neben dem Hals zu den empfindlichsten Körperteilen von Katzen. Wenn sich ihre Katze vor Ihnen auf den Rücken legt und den Bauch zeigt, ist das ein großer Vertrauensbeweis. Sie sollten dieses Katzenverhalten als Aufforderung zum Streicheln und Kraulen verstehen.

Lecken

Das Lecken von Artgenossen ist ein ganz natürliches Katzenverhalten und gilt als Vertrauens- und Liebesbeweis. Wenn Ihre Katze Sie leckt, ist das positiv zu bewerten. Über die Zunge erkundet sie, wo Sie überall gewesen sind. Möglicherweise gefällt ihr der Geruch Ihrer Haut oder der Seife, die Sie benutzen. Oder aber sie möchte einen fremden Geruch an Ihnen entfernen und mit ihrem eigenen überdecken. Wenn die Katze Ihre Haut leckt, hinterlässt sie dabei feinste Geruchspartikel. Sie markiert sie und macht ihren Besitzanspruch geltend.

Kratzen an Möbeln

Das Kratzen an Möbeln dient nicht dazu, Sie zu ärgern, sondern ist eine Art des Markierens. In der freien Natur schärfen Katzen ihre Krallen an Bäumen hinterlassen dabei Kratzspuren. Mit dieser optischen Botschaft machen sie deutlich: „Hier lebe ich!“. Zudem sondern sie über Drüsen an den Pfoten Duftnoten ab, die anderen Artgenossen mitteilen, dass jemand vor ihnen schon da war. Gelegentlich versuchen Katzen über das Kratzen Artgenossen zu imponieren. Bieten Sie Ihrer Katze an unterschiedlichen Stellen in der Wohnung Kratzplätze an. So kann sie die ihr angeborenen Verhaltensweisen ausleben und ihre Möbel müssen nicht leiden. Weitere Tipps für eine katzengerechte Haltung finden Sie unter Katzenhaltung zum Wohle Ihrer Katze.

Flehmen – ein besonderer Gesichtsausdruck

Als Flehmen wird ein bestimmter Gesichtsausdruck bei Katzen bezeichnet. Dabei ist das Mäulchen leicht geöffnet, die Nase gekräuselt und der Blick entrückt. In diesem Zustand nehmen Katzen die Gerüche über das Jacobsonsche Organ wahr, das sich im Gaumendach befindet. Sie erhalten die Geruchsinformationen über die Zunge: die Düfte werden sozusagen geschmeckt. Das Flehmen ist in erster Linie bei Katern zu beobachten, die die Sexualduftstoffe von rolligen Katzen wahrnehmen.

Milchtritt

Der Milchtritt wird in der Fachsprache auch Treteln genannt. Dabei treten Katzen mit den Vorderpfoten auf der Stelle und schnurren. Manche Katzen fahren dabei ihre Krallen aus und wieder ein. Das Treteln ist ein angeborener Instinkt. Katzenbabys treteln gegen die Zitzen der Mutter, um die Milchabgabe anzuregen. Doch auch bei erwachsenen Katzen ist der Milchtritt zu beobachten. Wenn Ihr Stubentiger tretelt, fühlt es sich geborgen und wohl.

Kopf reiben

Das Reiben mit dem Kopf an Personen oder Gegenständen gehört zum natürlichen Verhalten von Katzen und ist eine freundliche Form des Markierens. Über Drüsen am Kopf setzen sie Duftmarken ab und machen deutlich: „Du gehörst zu mir“. Es gibt Katzen ein Gefühl der Sicherheit, wenn die Personen und Gegenstände in ihrem Revier nach ihnen riechen. Diese Art des Markierens stellt bei der Haltung von Wohnungskatzen kein Problem dar. Doch es gibt andere Arten, die das Zusammenleben auf eine Zerreißprobe stellen können, beispielsweise das Spritzharnen. Dabei markiert die Katze ihr Revier mit Urin. Das ist nichts Ungewöhnliches bei unkastrierten Katzen. Sie hinterlassen auf diese Weise ihre Duftnote an markanten Stellen ihres Territoriums. Das Markieren mit Harn lässt sich meist vermeiden, wenn die Katzen rechtzeitig vor der Geschlechtsreife kastriert werden.

Unsauberkeit

Meiden Katzen das Katzenklo und suchen sie sich eine andere Stelle in der Wohnung zum Pinkeln, ist das für den Katzenbesitzer unangenehm. Das sogenannte Wildpinkeln ist problematisch und kann unterschiedliche Ursachen haben. Diesem Katzenverhalten sollten Sie auf jeden Fall auf den Grund gehen. Möglicherweise ist die Katze krank und hat eine Blasenentzündung. Lassen sich Erkrankungen ausschließen, kommen auch Angst, Stress, Protest oder Unzufriedenheit als Ursache in Frage. Vielleicht hat die Katze Probleme mit der Katzentoilette oder der verwendeten Streu. Mögliche Erklärungsversuche und Lösungsvorschläge finden Sie unter Was tun bei Unsauberkeit von Katzen?

Das Spiel mit der Beute

Falls Ihre Katze Freigänger ist, wird sie draußen ihrem Jagdtrieb nachgehen. Sie wird Mäuse und Vögel jagen und gelegentlich auch fangen. Es gehört zum natürlichen Verhalten, dass Katzen mit ihrer Beute „spielen“, bevor sie sie töten. Das Spielen dient dazu, festzustellen, in welchem Gesundheitszustand die Beute ist. Macht eine Maus schnell schlapp, ist sie möglicherweise krank. Dann kann es vorkommen, dass die Katze sie liegen lässt. Normalerweise lernen Katzen von ihrer Mutter den Todesbiss: ein gezielter Biss in den Nacken der Beute. Hat die Katze dies nicht gelernt, wird sie die Beute möglicherweise totspielen.

Die Beute als Geschenk

Artgenossen, die selten Tiere fangen, werden von erfolgreicheren Katzen gelegentlich beschenkt, damit sie auch mal was Gutes zu Fressen bekommen. Bringt Ihnen Ihre Katze die Beute mit, macht sie Ihnen ein Geschenk. Die halbtote Beute ist als Übungsobjekt für sie gedacht, denn in den Augen Ihrer Katze sind die ein lausiger Jäger. Nehmen Sie die Beute an, bevor sie sie unbemerkt entsorgen.